Bio

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Holger Biege und Gerhard Gundermann würden sich im Grab umdrehen. Damit sie besser hören können.

Deutschland hat einen Mann am Klavier, der nicht über das Leben singt, sondern aus ihm. Hannes Kreuziger, Singer-Soulwriter aus Potsdam, hat in zwanzig Jahren 8 Alben, 18 Releases, über 1.000 Konzerte und eine Haltung gebaut, die ihn in eine eigene Liga stellt: Brückenbauer, dort wo andere Lager bauen — und Pianist, dessen Stimme die Presse seit Jahren in der Linie von Herbert Grönemeyer und Philipp Poisel verortet (freundin.de).

„Einer der exzellentesten Singer/Songwriter, die wir hier in Deutschland so haben. Wagen Sie es nicht, das zu verpassen!"
— Sven Sievers, ROCK THE CIRCUS

Im Grenzland zwischen Deutschpop, Pianorock und Singer-Songwriter ist Kreuziger ein mutiger Poet, der mit Worten, Tasten und Sinfonieorchester zielsicher, charmant und berührend umzugehen weiß. Er singt vom Verlieben und vom Krieg, von Demut und vom Mut, vom Wegschauen und vom Hinsehen — und nimmt dabei die Spaltung dieser Zeit ernst, ohne ihr Vokabular zu übernehmen. Wahrscheinlich würden sich Biege und Gundermann im Grab umdrehen — damit sie besser hören können.

Beichtstuhl und Bühne

Was Kreuziger live tut, hat in der deutschen Szene wenige Parallelen. Drei Bühnenabgänge, drei Rückrufe durch tobenden Applaus, Standing Ovations und drei Zugaben (PNN). Gänsehaut, „macht süchtig" (Klubhaus Philipp). Eine Koma-Patientin, die durch seine Musik erwacht (freundin.de / SAT.1, 2013). Das sind keine Adjektive — das sind dokumentierte Wirkungen.

Sein Klavier kommt zuerst, sein hoher Bariton lässt den Atem stehen, und die Stille zwischen den Tönen ist Teil der Komposition. Solo am Flügel oder mit fünfköpfiger Band: was bleibt, ist der Eindruck, dass hier jemand sich selbst ausstellt, um die Zuhörenden frei zu lassen.

Dahin, wo es wehtut

Während der Pandemie spielte Kreuziger 200 Tage in Folge an seinem Gartenzaun in Potsdam — sechs Tage die Woche, eine Stunde, bei jedem Wetter. 2021 zog er mit dem KulturTruck durch 35 Städte und verschenkte Konzerte und Essen. Zusammen: 235 Open-Air-Auftritte in der Corona-Zeit. Augenzwinkernd Guinness-verdächtig — ernsthaft: gelebter Beweis dafür, dass Kultur kein Luxus ist, sondern, in seinen Worten, „kulturelles Immunsystem".

Im August 2024 sang er auf der Friedensdemonstration im Berliner Tiergarten Vorbei ist vorbei vor mehreren Tausend Menschen (Polizeischätzung bis zu 12.000 Teilnehmende) — sein bislang größter Live-Auftritt. Sein Beweggrund: Frieden als gemeinsamen Nenner zu erheben, über Lagergrenzen hinweg. Erheben statt trennen — das ist die Linie, die durch alles geht.

Mehr als nur Musik

Seit 2011 ist Kreuziger auch beim Carlsen Verlag publizierter Autor: zwei Pixi-Bücher (Carly, Der verrückte Traktor) mit der Illustratorin Judith Drews, mehrfach übersetzt, im Kindheitssortiment einer Nation. Sechs erfolgreiche Crowdfunding-Kampagnen seit 2014 belegen, was sein Publikum längst bewiesen hat: Es trägt mit.

„Es sind die Geschichten, die sein Leben schreibt. Sie erzählen gleichermaßen von den schönen und den traurigen Seiten — getragen von seiner einzigartigen Stimme und einem unnachahmlichen Optimismus."
— SCHALL Musikmagazin

Stille sein. Oder vom Herzen sprechen.

Das ist sein Claim — und das Programm. 2026 erscheint ein neues Album. Bis dahin gilt, was seit 2004 gilt: nicht reinhören, es könnte süchtig machen.